Argentinien I – Das Seengebiet

San Martin de los Andes & Bariloche, die Argentinische “Schweiz”, mit Bergen, Seen, Schokolade und Kleinbrauereien. Leider auch mit dementsprechenden Preisen…

 

San Martin de los Andes

Nach unserer Grenzueberschreitung brauchten wir vor Allem ein bisschen Erholung und entspannten ein bisschen in San Martin, einem Ort, der eigentlich fuer Action und Sport bekannt ist. Die Sommersaison laeuft gerade an und der Ort fuellt sich nach und nach mit Touristen die sich Mountainbikes ausleihen oder wandern gehen. Was machen wir? Wir wandern von Kaffeehaus zu Kaffeehaus, geniessen echte Bohnen (nach einer wochenlangen Instantcafé Phase) und naschen leckere Schokokuchen.

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Ein kleines, feines Kaffeehaus inklusive Backstube wo wir den besten Kuchen seit langem gegessen haben (den unten rechts)

 

Wenn wir schon sportfaul sind und uns von Kuchen und Kaffee ernaehren, dann muss zumindest ein bisschen Kultur sein! So besuchten wir das einzige Museum des Orts: “La Pastera”, eine alte Scheune in der Ernesto “Ché” Guevara auf seiner zweiten Motorradreise durch Suedamerika ein paar Naechte verbrachte und wohlwollend von den Einheimischen Minenarbeitern empfangen wurde. Diese unterstuetzten auch seine politischen Ambitionen und sind bis heute Anhaenger vieler seiner Thesen fuer einen sozialeren Staat.

Das Museum war recht klein, aber liebevoll (und sogar zum Teil auf englisch!) aufbereitet und beleuchtete einerseits Chés privates Leben und Jugend in Argentinien, und andererseits die Revolution in Kuba und weitere Projekte, die allerdings scheiterten und schliesslich zu seinem Tod fuehrten.

Ein sonderbarer Zufall wollte, das am selben Abend  unseres Museumsbesuchs Fidel Castro starb, wie wir am naechsten Tag verwundert feststellten.

Nach zwei gemuetlichen Tagen brachen wir, diesmal mit dem Bus, auf nach Bariloche.

 

Bariloche

Die Hauptstadt des Argentinischen Seengebiet im noerdlichen Patagonien ist an sich nicht besonders schoen (klassischer Skiort). Rundherum aber gibt es unfassbar viele Seen, Waelder, Nationalparks und Berge, die sowohl im Winter als auch im Sommer die liebsten Urlaubsorte der Argentinier sind.

Hier wurden auch wir wieder aktiv. Eigentlich wollten wir auf einen hoeheren Berg steigen, allerdings war gerade ein Feiertag und alle Informationsbueros der Nationalparks rundherum geschlossen. Keine Karten und Weginformation = kein Berg fuer uns! Also, fast keiner. Als Alternative beschlossen wir zumindest auf den “Cerro Campanario” zu steigen, der sich mit seinen knapp ueber 1000m als Berg qualifiziert und von wo aus man einen tollen Blick ueber die Gegend hat. Um sich diesen Blick nicht mit 25 Minuten wandern verdienen zu muessen, gibt es einen “rustikalen” Sessellift, der die Touristen ca. gleich schnell auf den Gipfel befoerdert.

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Anschliessend machten wir noch einen Rundweg auf einer Halbinsel durch einen geschuetzten Wald, den ich am naechsten Tag noch einmal als Laufstrecke verwendete weils so schoen war.

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An einem Feiertag am See wird hier ueblicherweise Mate (bitterer Tee) getrunken. Wir haben uns noch nicht sooo gut angepasst und blieben (illegalerweise) beim Dosenbier.

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Unseren letzten Tag in Bariloche verbrachten wir planend. Eine To-Do-Liste wurde erstellt und nach und nach abgearbeitet. So buchten wir alle ausstehenden Fluege, Busse nach Sueden, reservierten Unterkuenfte und Faehren und beantworteten mal wieder Emails. Ausserdem fuellten wir unsere Rucksaecke randvoll mit Essen fuer unsere bevorstehenden Plaene im Sueden Patagoniens. Dorthin brachen wir dann auf, mit der (hoffentlich!) laengsten Busfahrt unseres Lebens, auf einer der windigsten und einsamsten Strassen der Welt – der Ruta 40.

 

Auf der Ruta 40

27,5 Stunden verbrachten wir durchgehend im Bus von Bariloche nach El Calafate, durch meist eintoenige Landschaften und weite Strecken auf Schotterstrassen. Und das mit einem Doppeldeckerbus bei starkem Wind der die meisten Radfahrer am Strassenrand zur Aufgabe zwang. Auch einen Autostopper der trotz seiner schweren Ausruestung fast wegflog gabelten wir auf.

Hier ein paar Eindruecke + Auszuege aus meinem Reisetagebuch in dem ich die Erlebnisse der Busfahrt in Stichworten notierte.

Abfahrt: 12:35 Uhr

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21:08 Uhr – Sonnenuntergang ueber den Anden, Abendessen war ein Hendlhaxen, Reis, Sandwich, Kroketten, Brot, ein Keks und ein Becher Wasser. Wir sind gerade nach ueber einer Stunde auf einer Schotterstrasse wieder auf frischem Asphalt. Fuehlt sich gut an, ein lustiger Film waere nett.
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08:56 Uhr – Guten Morgen, heute geht der Wind. Nacht war ruhig und wir konnten bis 8 schlafen. Fruehstueck war suess aber gut und mit meinem ersten Mate in Argentinien. 
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11:24 Uhr – Wir sind ziemlich verspaetet und haetten schon in El Chalten sein sollen. Bis El Calafate sind es noch 180km. Die Stimmung ist ok, wir doesen dahin, hoeren Musik und haben sogar schon wilde Guanacos gesichtet. Die Gegend ist zwar beeindruckend “weit” aber eher fad.
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15:15 Uhr – Seit El Chalten ist der Bus so gut wie leer, die Landschaft braun mit ein paar Gletscherfluessen und Radfahrern. Vorher war sogar ein Guerteltier auf der Strasse. In ca. einer Stunde sollten wir da sein, sonst werden die Kekse knapp.
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Ankunft 16:20 Uhr – Nach mehr als 27 Stunden Busfahren, komplett fertig, aber die Frisur haelt!
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