Colca Canyon Trek

Drei Tage im tiefsten Tal der Welt, auf der Suche nach dem Andenkondor, Ruinen und dem richtigen Weg.

Nach unserem geglueckten Abenteuer Salkantay Trek wollten wir natuerlich auch fuer den Colca Canyon keine Tour buchen, sondern eine Alternativroute auf eigene Faust in Angriff nehmen und waren auch diesmal wieder erfolgreich!

Ein paar Highlights des Treks:

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Anreise von Arequipa nach Cabanaconde

Da man bei der Anfahrt zum Colca Canyon die beiden Vulkanriesen “Misti” und “Chachani” umkurven muss, danach einen Gebirgspass auf fast 5000m passiert und dann auf einer Schotterstrasse durch Doerfer kurvt, dauern die 207km schon ein paar Stunden. Die Aussicht auf 6-8 Stunden im billigen oeffentlichen Bus kamen uns nicht so verlockend vor, also entschieden wir uns fuer die etwas teurere, aber schnellere Alternative. Ein Kleinbus einer Reiseagentur mit ein paar freien Plaetzen holte uns “mitten in der Nacht” um 3:30 frueh bei unserem Hostel ab, drehte die Heizung voll auf und los gings! Fuer 30 soles pro Person waren wir dann um ca. 9:00 in Cabanaconde und hatten am Weg sogar einen Fruehstuecksaufenthalt und einen Fotostopp am “Cruz del Condor”. Leider tauchte an diesem Morgen aber nur ein Kondor in der Ferne auf, den ich auch nur durch den Zoom der Kamera des Schaulustigen neben mir sehen konnte.

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Das “Cruz del Condor”

In Cabanaconde checkten wir ins “Pachamama Hostel” ein, das gleichzeitig auch das beste Restaurant des Dorfes ist und zur Nachspeise auch gleich gratis Tourenplanung inkludiert. Dort kehren gefuehlt alle Individualreisenden am Colca Canyon ein um sich zu staerken und noch ein paar Tipps zu holen.

Nachdem wir am Nachmittag unseren verlorenen Schlaf nachgeholt hatten, wollten wir uns noch ein bisschen die Beine vertreten und wanderten noch ein Stueck hinauf zu einer kleinen Kirche mit tollem Ausblick ueber Cabanaconde, Berge und hinab ins Tal.

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Tag 1: Cabanaconde (3287m) – San Juan (2200m) – Tapay (3006m)

Wir starteten um 7:00 vom Pachamama Hostel im Zentrum Cabanacondes ca. 30min hinauf zum “Mirador San Miguel”, wo wir noch einen kurzen Boxenstopp einlegten und uns prompt fuer den falschen Weg entschieden. Dank drei Wachhunden wussten wir aber sofort dass wir falsch waren, stapften durch ein ausgetrocknetes Feld und starteten den Abstieg – 1000hm hinunter nach San Juan, wo wir zwei Stunden und viele unglaubliche Ausblicke spaeter ankamen.

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Blick hinunter in den Canyon
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Unser Tagesziel: Tapay

Der Aufstieg nach Tapay war dann, dank Judiths verstopfter Nase und schlechter Beschilderung, etwas schwieriger. Trotzdem erreichten wir bereits kurz vor 12 Uhr Mittags unser Tagesziel – die Herberge “Maruja”, wo uns Alfredo, der eigentlich (vergeblich) den ganzen Tag auf die Marktfrau wartete, willkommen hiess.

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Judith verbrachte den Nachmittag schlafend (um Energiereserven zu tanken…) und ich lernte waehrenddessen Quechua, die Sprache der Einheimischen, von Manuel, dem Neffen der Herbergsbesitzer.

“Porecc” – Jemand der sehr weit von Dorf zu Dorf geht.

Da Judith sich dann doch noch mal motivieren konnte, besuchten wir zum Sonnenuntergang noch die ” Qaqatapay” Ruinen, von wo aus wir einen grandiosen Blick ueber den Canyon hatten. Spaeter gab es noch “Steak a la Alfredo” und eine unglaubliche Geschichte eines verlorenen Goldschatzes der anscheinend noch immer im schwefeligen Gestein rund um Tapay verborgen liegt.

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Ausblick von den “Wari” Ruinen

Diese Umgebung zwingt einen foermlich zur Ruhe zu kommen, doch auch hier gibt es seit 4 Jahren Strom und seit heuer eine Strasse. Ich kann leider noch nicht ganz zur Ruhe kommen, habe ich doch auch heute noch keinen Kondor gesichtet…

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Tag 2: Tapay (3006) – Oasis Sangalle (2100m)

Der zweite Tag des Treks war ein Spaziergang. Keine drei Stunden von Tapay hinunter nach Sangalle. Hier, an einer der tiefsten Stellen des Canyons, wo die Waende auf beiden Seiten mehr als 1000m hinaufgehen, rinnt das Wasser zusammen und bildet ein kleines Paradies. Zwar klein, aber umso ueberschwaenglicher, mit Palmen, Swimming Pools und bunten Voegeln. Rundherum: Staub, Steine, Kakteen und Schwefel.

Die ersten zwei, drei Stunden konnten wir dort einsam geniessen – doch dann kamen nach und nach die Gruppen an, die Oase wurde voller und lauter. Als Individualreisende wurden wir ab dann eher an den Rand gedraengt und man liess uns spueren, dass wir nicht die gewuenschte Zielgruppe sind. Ganz anders als in Tapay und in den Doerfern die wir am Weg durchquerten.

Oh, und wir haben Kondore gesehen. Ganz aus der Naehe. Endlich! Ploetzlich sind sie von links unten an uns vorbeigezogen und sich an einer Felswand nach oben geschraubt. Fotos gibt es nicht -muessts schon selber welche finden 😉

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Tag 3: Oasis Sangalle – Cabanaconde – Arequipa

Wir sind in der Frueh bereits um 5:30 gestartet und konnten so die ca. 1200hm  im Schatten aufsteigen. Der letzte Teil des Treks war gut ausgebaut und die gleichmaessige Steigung machte es leicht unseren Rythmus zu finden. Ein paar “Wanderer” auf Mulis ausgenommen, waren wir nur am ueberholen und haben (neuer Rekord!) bereits um kurz nach 8:00 unsere dritte Tagesetappe durch den Colca Canyon beendet. Nach dem enttaeuschenden Abendessen in der Oase  haben wir auf unser Fruehstueck verzichtet und uns dafuer bei der Ankunft in Cabanaconde gleich wieder einen “Arroz a la Cubana”, Reis mit Pommes und Spiegelei, gegoennt.

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Cabanaconde, 8:15 – Arroz a la Cubana

Der anstrengendste Teil des Tages war damit aber noch nicht geschafft. Diesmal nahmen wir den oeffentlichen Bus (Andalucia), der nach ca. 4 Stunden fahrt mitten auf der laengsten Geraden der Strecke verreckte. Umgeben von nicht viel. Auf ca. 4000m Hoehe.

Schlussendlich “durften” wir auf draengen des Peruanischen Mobs (“ABRE LA PUERTA” Sprechchoere) den Bus verlassen und in ein vorbeifahrendes Colectivo einsteigen. Siehe da, wir sind glatt im selben Transporter wie bei der Hinfahrt gelandet und konnten gerade noch 17 soles und einen Dollar (Danke Niko & Magda) zusammenkratzen und so die Fahrt bezahlen.

“Von Liebe kann man sich ja bekanntlich nichts kaufen”, Niko H.

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Fazit:

Wandertechnisch war der Canyon ein Spaziergang, der sich wahrscheinlich auch an einem Tag ausgeht. Wer das macht, verpasst aber die Chance sich Alfredos Geschichten anzuhoeren und einfach mal innezuhalten und die unfassbare Landschaft zu geniessen. Ausserdem war es ganz gut, dass wir zwischen der anstrengenden Hin- und Rueckfahrt ein paar Tage “entspannen” konnten.

 

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