Salkantay Trek ohne Guide aber mit Machu Picchu

Wir haben den Salkantay Trek ohne Gruppe, Guides, Traeger und Koch gemacht. Hier kannst du lesen wie es uns dabei gegangen ist!

 

Salkantay, what?

Der Salkantay Trek ist ein Weitwanderweg von Mollepata nach Hidroelectrica (Machu Picchu) und galt lange als Geheimtipp und beste Alternative zum Inka-Trail, der ja ausschliesslich fuer Gruppen mit Guide zugaenglich ist. Von einem Geheimtipp kann man mittlerweile nicht mehr reden, da der Trek fast von jedem Tourenanbieter in Cusco beworben wird und wir am Weg auch einige andere Wanderer getroffen haben die den Trek auf eigene Faust in Angriff genommen haben. Die Preise am Trek sind in den letzten Jahren kraeftig gestiegen und wir haben gehoert seit neuestem muessen Agenturen zahlen um auf den Trek zu duerfen. Trotzdem ist der Trek wunderschoen, abwechlungsreich und an manchen Stellen eine ordentliche Herausforderung.

Hier ein paar Highlights des Treks:

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* Da wir unsere Tour hauptsaechlich ueber Blogs geplant haben, wollen auch wir ein paar Tipps und Inspirationen weitergeben. Der Erfahrungsbericht kommt dann weiter unten.

 

Planung

Eins vorweg, am Trek verlaufen ist beinahe unmoeglich da er ganz neu beschildert ist und die Einheimischen entlang des Treks recht hilfsbereit sind (Spanisch vorausgesetzt). Trotzdem ist es ratsam sich eine Karte zu besorgen um die Tagesetappen inklusive Hoehenprofil, Camps und evtl. Ausstiegsrouten zu planen. Wir haben uns dafuer in einem Buchladen in Cusco eine topografische Karte (28 soles) besorgt, fuer die uns sogar einige Guides beneidet haben. Eine andere Moeglichkeit ist es, sich bei den South American Explorers zu informieren und sich eine Karte (60 soles) ausdrucken zu lassen.

Die unzaehligen Tourenanbieter und “Free” Tourist Information Offices in Cusco raten einem natuerlich den Trek mit einer Gruppe zu machen und haben auch sofort das passende Angebot parat. Bei Hostels kommt es auf das Personal an. Bei uns im Atawkama Hostel wurde unser Plan unterstuetzt obwohl das Hostel mit einem Tourenanbieter kooperiert. Das war insofern nuetzlich, da wir ueberfluessiges Gepaeck in der Zwischenzeit dort lagern konnten.

Fuer die Planung des Treks haben wir hauptsaechlich den Blog von 2Tramps1World, den wir generell sehr oft verwenden und den sehr ausfuehrlichen und beeindruckenden Blog einer Polnisch/Bulgarischen Familie, die den Salkantay Trek mit zwei Kindern gemeistert haben.

 

Anfahrt zum Ausgangspunkt

Wir sind mit dem ersten Colectivo  von Cusco (Kreuzung Calle Apurimac/Arcopata) um ca. 5Uhr frueh losgefahren und waren knappe zwei Stunden spaeter in Mollepata.(15 soles) Wer es eilig hat sollte ein Taxi nehmen, wir haben 45min gewartet bis das Colectivo voll war. Der Trek beginnt ofiziell in Mollepata, allerdings gibt es die Moeglichkeit die etwas langweilige erste Teilstrecke abzukuerzen und von Marqocasa oder Soraypampa zu starten. Wir hatten Letzteres vor, aber nachdem alle Taxifahrer geschlossen 100 soles statt den erwarteten 15 verlangten aenderten wir unseren Plan und nahmen mit einem Spanischen Paerchen ein Taxi nach Marqocasa (50 soles gesamt).

 

Der Trek

Tag 1: Marqocasa (3328m) – Soraypampa (3910m)

Nach anfaenglicher Eingewoehnungsphase mit duenner Luft und schwerem Rucksack (Judith ca. 12kg, Thomas ca. 15kg) waren die meisten Hoehenmeter relativ schnell erledigt. Schon nach 6km waren wir fast auf Hoehe von Soraypampa und dachten wir koennen gemuetlich weiterspazieren oder sogar gleich noch nach Salkantaypampa aufsteigen – dann begann es zuerst zu nieseln, zu donnern und dann schuettete es so richtig.

Schon ziemlich nass durchquerten wir zwei kleine Fluesse und erreichten schliesslich Soraypampa, wo uns ein wortkarger aber freundlicher Peruanischer “Alm-Oehi” Einlass in seine Huette gewaehrte. Nachdem der Regen abgeklungen war, konnten wir zum ersten Mal den Salkantay in voller Pracht sehen.

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Tag 2: Soraypampa (3910m) – Abra Salkantay (4623m) – Chaullay (2860m)

Der Aufstieg zum Abra Salkantay war gleichzeitig einer der anstrengsten und schoensten Erlebnisse die ich je hatte. Zwar war der Himmel mit Wolken bedeckt und der Salkantay kaum zu sehen, aber “Rudi” ein peruanischer Guide, versicherte uns es sei besser so, da der Aufstieg bei strahlendem Sonnenschein noch viel anstrengender ist. So kaempften wir uns Schritt fuer Schritt hinauf und versuchten langsam aber stetig weiterzukommen. Das “Gipfelerlebnis” am Pass war ziemlich absurd. Einer Wette wegen mussten wir dort ein Bier trinken (ich bereue nichts), neben uns wurden Downhill-Bikes von Mulis geladen und kurz spaeter kamen auch ihre Spanischen Besitzer, die sich erstmal mit Sauerstoff volltanken mussten, da sie ueberhaupt nicht akklimatisiert waren und im Eiltempo mit Pferden hinaufgeritten sind.

Wir genossen das Spektakel, gratulierten uns gegenseitig und machten uns bereit zum Abstieg, der den eigentlichen Grossteil des Tages in Anspruch nahm. Vom Rande des Gletschers hinunter in tropische Waelder. Ich gebe zu mir manchmal ein Downhill-Bike gewuenscht zu haben.

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Tag 3: Chaullay (2860m) – Lucmabamba (2008m) – Llactapata (2711m)

Der vermeintlich leichte Anfang des Tages war dank einiger Hangrutsche und resultierender Umleitungen schwerer als gedacht. Dauernd auf und ab, und dazu die Erschoepfung vom Vortag.

Nach den anfaenglichen Schwierigkeiten und einem langweiligen Stueck durch Playa kam der wahrscheinlich schoenste und einsamste Teil des Treks. Wir waren bis Lucmabamba bereits 5 Stunden unterwegs, so gut wie allein, da die Gruppen mit dem Colectivo zu den heissen Quellen nach Santa Teresa gefahren wurden und mussten, nein durften, jetzt noch 800 Hoehenmeter durch tropische Plantagen wandern in denen Kaffee, Avocados und Bananen angebaut wurden. Jedes Schmetterlingshaus ist laecherlich dagegen. Am Gipfel erwarteten uns noch dazu Inka Ruinen mit dem ersten Blick (hinunter!) auf Machu Picchu und 15min spaeter der schoenste Campingplatz des Treks.

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Tag 4: Llactapata (2711m) – Aguas Calientes (ca. 2000m)

Der Tag begann mit einem traumhaften Sonnenaufgang mit Blick auf Machu Picchu, einem wolkenfreien Salkantay und frisch gebruehtem Kaffee aus den umliegenden Waeldern. Nachdem wir die Schoenheit der Natur und einen Kampf zwischen Hundewelpe & Hirschkaefer beobachtet hatten starteten wir den Abstieg nach Hidroelectrica, wo wir trotz Hitze und schmerzenden Koerpern schnell ankamen.

Ab Hidroelectrica waren wir nicht mehr allein. Endlose 11km wanderten wir die Schienen des Hirham Bingham Express entlang, mit Gegenverkehr – da Aguas Calientes nur per Zug oder zu Fuss erreichbar ist. Besonders bitter war unsere falsche Annahme die Strecke waere nur 7km lang…

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Tag 5: Machu Picchu

Hirham Bingham hat das grosse Los gezogen. Er hat auf der Suche nach der “last city” der Inkas eine andere Stadt gefunden: Machu Picchu. Etwas mehr als 100 Jahre spaeter ist ein Zug nach ihm benannt der taeglich tausende Besucher in die Gegend bringt um sich eines der 7 Weltwunder der Neuzeit anzusehen und einen Selfie zu machen.

Sehenswert ist Machu Picchu auf jeden Fall, trotzdem fand ich einige Momente des Treks beeindruckender.

“Jeder Weg braucht ein Ziel.”

Wir haben mit der Besteigung der letzten 390 Hoehenmeter hinauf zum riesigen Freiluftmuseum tatsaechlich den Trek abgeschlossen. Ziel erreicht.

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Tag 6: Aguas Calientes – Cusco

Da wir “estudiantes pobres” sind sparten wir uns das Zugticket zurueck nach Cusco und entschieden uns wieder nach Hidro zu wandern und von dort mit Colectivo und oder Bus nach Cusco zu fahren.

Die Wanderung war recht gemuetlich, der Rucksack fuehlte sich nicht mehr so schwer an wie vorher und die Sonne war uns gnaedig. Die Fahrt allerdings dauerte eine halbe Ewigkeit und war teurer als erwartet (40 soles). Aber egal, wir wurden mit einem unglaublichen Sonnenuntergang ueber Salkantay und den Cordilleras Urubamba belohnt und kamen muede, hungrig aber gluecklich in Cusco an.

40

 

Fazit

Der Salkantay Trek ist kein einsames Abenteuer mehr und trotzdem, oder gerade deswegen ein tolles Erlebnis fuer Einsteiger denen es nichts ausmacht immer wieder mal Leute und Mulis zu treffen. Das Gute daran ist, Trekking ohne Guide wird durch die verstaerkte Erschliessung immer leichter, da es mehr Campingmoeglichkeiten und Verpfleungspunkte gibt und man nicht Essen fuer 5 Tage einpacken muss.

Wir sind den Trek relativ schnell gegangen (speziell Tag 2 & 3), andere Wanderer haben sich auf diesen Etappen fuer eine Nacht mehr entschieden.

Da wir kein Ticket fuer Machu Picchu hatten, mussten wir bis Aguas Calientes wandern und haben uns dort fuer den Luxus eines Hotelzimmers mit Dusche und Fruehstueck (nach 4 Tagen Haferbrei) entschieden. Die Stadt ansich ist allerdings eine Zumutung. Es ist sicher zu empfehlen bei einem der Camps entlang der Schienen zu uebernachten.

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