Lima – Limetten, Taxis und Staub

Nach Lima kommen die meisten Touristen nur wegen des internationalen Flughafens und reisen gleich weiter. Wir wollten “langsam” ankommen und der zweit-trockensten Hauptstadt der Welt (nach Kairo) eine Chance geben. Mehr als drei Tage haben wir es dann aber nicht ausgehalten, langsam ankommen laesst die geschaeftige Millionenstadt naemlich nicht zu.

Peruaner ziehen aus dem ganzen Land in die Hauptstadt in der Hoffnung auf Jobs und ein besseres Leben und bringen diese damit zur Explosion, ein Taxifahrer hat uns erklaert Lima sei zuerst der Kueste entlang nach Sueden und Norden gewachsen, dann in die Wueste nach Osten und jetzt muss die 10mio Einwohner-Stadt in die Hoehe wachsen, fuer die Reichen bedeutet das Wolkenkratzer mit Meerblick, fuer die Armen sind es staubige Huetten auf felsigen Haengen ohne fliessendes Wasser. Fuer uns bedeutete es ein 0815 Hostel im Touristen & Pensionisten Stadtteil Miraflores, der sicherste Stadtteil, aber wahrscheinlich auch der langweiligste.

 

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Morgensport in Miraflores

Nach der 24h Anreise landeten wir gleich in der morgendlichen Rush-Hour in einem alten Taxi. Der Kulturschock liess nicht lange auf sich warten! Da wir, angekommen beim Hostel, noch ein paar Stunden bis zum check-in warten mussten, haben wir die Rucksaecke im Hostel gelassen und sind zum nahen Strand spaziert – wo uns gleich ein Baby Seeloewe begruesst hat. Nacher flanierten wir durch Lima, besuchten den Mercado Surquillo, ein Einkaufszentrum in den Klippen als Kontrast und holten uns den ersten Sonnenbrand als Zuschauer beim Panamerikanischen Surfcup ueber den wir zufaellig stolperten. Judith realisierte unsere Lage als sich neben uns ein ziemlich dunkler Latino eincremte…fuer uns war es laengst zu spaet!

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Bienvenidos a Lima!

Das Highlight unseres zweiten Tages, den wir mit Morgensport starteten (Nie wieder leg-raises nach einem Langstreckenflug!) war der Besuch des Archeologischen Museums und die Hin- und Rueckfahrt. Beim Mittagessen im Museum gabs auch gleich die ersten kulinarischen Ueberraschungen. “Mondongo Italiano”, Geschnetzeltes aus Innereien mit Gemuese und Reis und “Chicha Morena”, ein Erfrischungsgetraenk aus vergorenem, schwarzem Mais.

In Lima gibt es ca. 350.000 Taxis. Wir hatten zweimal ein und denselben Fahrer, der es selbst kaum glauben konnte. Da es so ein Zufall war wurde Paol unser erster Freund in Peru und beantwortete freudig alle unserer Fragen ueber sein Land, Essen und Autos. Ausserdem war er begeistert gleich 2 von nur 8mio Oesterreichern zu kennen und bemitleidete uns fuer unsere “Meerlosigkeit” – was fuer ihn vor Allem eins bedeutet: KEIN CEVICHE!

Ceviche = Roher Fisch mit Limettensaft, Zwiebeln und Chili, serviert mit Mais und Suesskartoffel.

 

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Ceviche

An unserem dritten Tag in Lima holte uns Rudolfo, der Cousin unserer Freudin Diana mit seinem Subaru SUV um 7 Uhr “swiss time” ab. Nicht weil er Fruehaufsteher ist, sondern um dem Morgenstau zu entkommen. Was wir dann unternahmen war eine Lima Insider Tour vom Feinsten. Plaetze an denen man keine Touristen trifft, einmal die gesamte Laenge von Lima auf und ab, vom Hafen im Norden wo wir die Fuesse zum ersten mal in den Pazifik hielten bis zum Sueden von wo man einen tollen Blick auf die Stadt hat, die dort ploetzlich aufhoert. Restaurants in denen vermutlich zum ersten mal Touristen waren in denen wir “Chicharron” (Schweinsbraten Semmerl mit Suesskartoffel), Ceviche, Lomo Saltado und frischen Maracuja Saft kosteten. Der grosse Vorteil an seinem SUV war einerseits auf den Huegel San Cristobal zu kommen, aber auch die Moeglichkeit viele verschiedene Viertel Limas zu sehen die sich extrem unterscheiden und sehr klare Grenzen (Polizeikontrollen) haben, vom Unsichersten (Frachthafen) zum Sichersten (Yachthafen).

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Cerro San Cristobal mit Rudolfo

Lima ist keine Schoenheit, aber die Stadt laedt zum erkunden ein und ist extrem abwechslungsreich. Schade, dass sich viele Reisende nur ein, zwei Tage hier aufhalten und meist nicht aus Miraflores und Barranco rauskommen.

Next Stop: Cusco, dass weniger Einwohner hat, als Lima Taxis.

 

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